Kommunikation ist wertvoll: Plädoyer für „einfache Sprache“

Eine Hanfgeschriebene Buchseite.
Meine erste Seite in „Frida Kahlos Notizbuch“ zeigt die Zahlen zur Lesefähigkeit in Deutschland. Foto: Clia Vogel

Kommunikation ist wertvoll“ sagt Judith Torma Gonçalves. Die Rhetorik-Expertin hat zur Blogparade eingeladen. Geschrieben wird „zwischen Buchdeckeln“, in „Frida Kahlos Notizbuch“. Und im eigenen Blog. Im Laufe der kommenden Monate werden zahlreiche Trainer, Coaches und Berater einen Eintrag über ihr ganz eigenes Kommunikations-Fach-Gebiet schreiben. Hier ist mein Beitrag. Ein Plädoyer für einfache Sprache.

Plädoyer für einfache Sprache

Experten-Texte

Die Situation: Texte werden häufig von Experten geschrieben. Diese Experten haben beim Schreiben oft Kollegen im Blick. Und sie wollen von den Kollegen nicht nur verstanden werden. Sie wünschen sich auch ihre Anerkennung.

Das Problem bei Experten-Texten: Nur andere Experten verstehen alle Einzelheiten.

Texte in Leichter Sprache

Eine Vision: Um möglichst viel Menschen zu erreichen, könnte man alle Texte in Leichter Sprache* schreiben. Leichte Sprache können 96 Prozent der Bevölkerung verstehen. Die Sprache wurde vom Netzwerk Leichte Sprache entwickelt. Für Leichte Sprache gibt es strenge Regeln.

Das Problem bei Texten in Leichter Sprache: Viele Menschen fürchten, man könnte sie für ungebildet halten, wenn sie Leichte Sprache schreiben. Texte in Leichter Sprache sehen ein bisschen so aus, als seien sie für Kinder.

Texte in einfacher Sprache

Meine Empfehlung: Schreiben Sie Texte in einfacher Sprache**. 86 Prozent der Bevölkerung können einfache Sprache verstehen. Es gibt keine verbindlichen Regeln. Einfache Sprache verzichtet lediglich so weit wie möglich auf Fremdwörter, Fachbegriffe und schwierige Grammatik.

Allerdings ist es sinnvoll, wenn Sie sich die Personengruppe, für die ihre Texte gedacht sind, vor dem Schreiben genau anschauen. Haben Ihre Leser alle studiert? Dann müssen Sie nur auf Fachbegriffe aus ihrem eigenen Berufsfeld verzichten. Allgemein übliche Fremdwörter können Sie verwenden.

Sind unter ihren Lesern auch Menschen, die keine Hochschule besucht haben, ist es gut Fachbegriffe und Fremdwörter völlig zu vermeiden. (Natürlich gibt es auch sehr gebildete Menschen, die nicht studiert haben. Ich habe diese Unterscheidung lediglich als Hilfsmittel gewählt um Ihnen einen Anhaltspunkt für Ihre Sprach-Entscheidung zu geben.)

Und wenn Sie später feststellen, dass einfache Sprache für Ihre Zielgruppe zu schwierig ist, können Sie ihre Webseiten und Broschüren mit Anhängen in Leichter Sprache ergänzen.

*Leichte Sprache und **einfache Sprache sind Fachbegriffe. Die Begriffserklärung finden Sie hier.

 

3 Gedanken zu “Kommunikation ist wertvoll: Plädoyer für „einfache Sprache“

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